WSI-Umfrage

Weihnachtsgeld erhalten vor allem Tarifbeschäftigte

Rund 54 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld. Doch die Chancen einen Bonus zu erhalten, sind je nach Tarifvertragsbindung und Branchenzugehörigkeit ungleich verteilt: Vor allem in Branchen, in denen ein Tarifvertrag gilt, wird ein Weihnachtsgeld gezahlt. Auch Gewerkschaftsmitglieder sind im Vorteil.

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Ungleiche Verteilung: Nicht alle Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlungen in Form von Weihnachtsgeld. Weihnachtsgeld erhalten vor allem Tarifbeschäftigte und Gewerkschaftsmitglieder.
03.11.2015
  • Von: Alexander Reupke

Unter den Beschäftigten, in deren Betrieb ein Tarifvertrag gilt, erhalten 72 Prozent ein Weihnachtsgeld. Ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, können sich nur 42 Prozent über die Sonderzahlung freuen. Das ergab eine Online-Umfrage unter rund 8.800 Beschäftigten der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Mitglieder einer Gewerkschaft profitieren ebenso: 66 Prozent von ihnen erhalten Weihnachtsgeld, Nichtmitglieder dagegen nur zu 51 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet, so etwa in der chemischen Industrie Nordrhein/Ost und in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie. Die Beschäftigten erhalten 95 Prozent des Monatseinkommens. Beschäftigte in der Kautschukindustrie bekommen zwischen 100 und 110 Prozent. Es werden auch feste Beträge gezahlt. So haben beispielsweise Arbeitnehmer im Steinkohlenbergbau Anspruch auf 2.156 Euro brutto Jahressonderzahlung.

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