ExxonMobil: 2,5 Prozent plus

Einigung kurz vor Streik

Ausgesprochen schwierig waren auch diesmal wieder die Tarifverhandlungen bei ExxonMobil. Zum Schluss gab es nach viel Druck der IG BCE doch noch ein vernünftiges Ergebnis: Rückwirkend ab 1. September 2016 erhalten die Beschäftigten 2,5 Prozent mehr Entgelt.

IG BCE Bezirk Hannover

Tarifauseinandersetzung bei ExxonMobil

Mit der Vereinbarung wurde ein Streik in allerletzter Minute verhindert. Die IG BCE hatte bereits die Ordnungsämter über bevorstehende Streikaktionen vor den Betrieben informiert. Zuvor hatte die Tarifkommission die Gespräche nach der fünften Verhandlungsrunde abgebrochen, weil der Arbeitgeber wiederholt keine konstruktiven Angebote gemacht hatte. Die sechste Zusammenkunft kam auf seinen Wunsch zustande; hier lenkte er schließlich ein. Neben den 2,5 Prozent Entgelterhöhung hat sich der Arbeitgeber auch verpflichtet, das Urlaubsgeld um 100 Euro aufzustocken und eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro zu leisten.

Traditionell sind Tarifverhandlungen bei ExxonMobil durchweg schwierig. Mitglieder der Tarifkommission berichteten in den vergangenen Jahren immer wieder von „Säbelrasseln des Arbeitgebers“. Alleiniges Ziel: Die Tarifkommission weich kochen, um die Gewinne der Aktionäre zu steigern. 

Wenn der Arbeitgeber in der vergangenen Tarifrunde eigene Vorschläge in die Diskussion brachte, waren diese in der Regel unannehmbar: So „bot“ er im Oktober 2016 eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden an. Das hätte für jeden Beschäftigten eine Entgeltreduzierung von rund fünf Prozent bedeutet. Im Januar waren es dann 3 Prozent in zwei Stufen auf 24 Monate. Damit scheiterten die Verhandlungen.

Selbst als die Energiekosten und damit die Gewinne des Unternehmens in die Höhe schossen, wurde eine Anpassung der Löhne mit der Aussage abgelehnt, sie würde nicht in das tarifpolitische Umfeld passen. Als Beleg für diese Behauptung wurde die wegen der Erhöhung der Energiepreise schwächelnde (Rest-)Wirtschaft herangezogen.

Viele Arbeitsplätze wegrationalisiert
In den letzten zehn Jahren wurden die Arbeitsabläufe ständig optimiert. Außerdem wurde die Erdgasaufbereitungsanlage NEAG – Voigtei stillgelegt und langjährig beschäftigte Kontraktoren in oder um Betriebsplätze der ExxonMobil bekamen keinen neuen Vertrag mehr. Insgesamt gingen so Hunderte von Arbeitsplätzen verloren. Die Folge: Die Verteilung der Aufgaben an immer weniger Beschäftigte führt diese immer wieder an den Rand der Erschöpfung.

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