Roadshow zur Chemie-Tarifrunde

Aktionen für mehr Zeit

Die erste Chemie-Tarifverhandlungsrunde zeigt: Es wird ein zähes Ringen. Während ihrer „Roadshow“ zur Tarifrunde in Hannover rief die IG BCE daher zu Aktionen auf. Damit soll den Forderungen der IG BCE der Rücken gestärkt werden.

IG BCE Bezirk Hannover

Roadshow zur Tarifrunde Chemie in Hannover

Im Umfeld wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten bilden die geforderten Maßnahmen der IG BCE in der Chemietarifrunde 2019 den Dreh- und Angelpunkt zur Stärkung der Beschäftigten. Das machten die Anwesenden während der „Roadshow“ am 16. Oktober in der IG BCE-Hauptverwaltung in Hannover klar. Gut 50 Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder aus vielen Chemiebetrieben der Region waren vor Ort, um sich auf den Stand der Dinge nach der regionalen Verhandlungsrunde und vor der ersten Bundesverhandlung zu bringen. Ralf Sikorski, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE und Verhandlungsführer für die Chemie-Tarifrunde, und Ralf Becker, Landesbezirksleiter der IG BCE Nord, gaben ihnen den Überblick. Anschließend ging es in die Diskussion zu den Forderungen und über mögliche Aktionen, um der IG BCE den Rücken zu stärken.

Kein Selbstläufer
„Eine erfolgreiche Tarifrunde ist kein Selbstläufer, es müssen in möglichst vielen Chemiebetrieben Aktionen zur Unterstützung der Forderungen der IG BCE stattfinden“, betonte der Bezirksleiter in Hannover Markus Römer. Viele Aktionen sollen in der Woche vom 4. bis 8. November laufen, aber auch an anderen Tagen bis zur zweiten Verhandlungsrunde können Aktionen stattfinden. Wie wichtig das wird, zeigte die erste Verhandlungsrunde am 21. und 22. Oktober, die ergebnislos vertagt wurde. Das geforderte Zukunftskonto wurde zwar in Grundzügen als Modell akzeptiert, verbindliche Regelungen wollen die Arbeitgeber aber nicht eingehen. Sie argumentierten mit „Krisen“ und machten sehr deutlich, dass es keinen Verteilungsspielraum gebe. „Aktuelle Verunsicherungen dürfen aber kein Grund sein, die Moderne zu ignorieren und erforderliche Anpassungen in der Arbeitswelt vorzunehmen“, so Markus Römer. Denn dafür stehen die IG BCE-Forderungen:

  • Die Einrichtung eines tariflich abgesicherten, persönlichen Zukunftskontos in Höhe von jährlich 1.000 Euro, über das alle individuell verfügen können – u.a. zur Umwandlung in lebensphasenorientierte Zeitentlastung.
  • Eine reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen
  • Die Einführung der bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung
  • Eine Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels

 „Jetzt im November sollten wir daher zeigen, dass wir es ernst meinen. Es ist 5 vor 12 für mehr Zeitsouveränität und Entlastung – und natürlich für eine deutliche tabellenwirksame Einkommenserhöhung“, sagte Markus Römer. Die Verhandlungen werden ab dem 21. November 2019 in Wiesbaden fortgesetzt.

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