Podiumsdiskussion zur Zukunft der Rente

Rente muss sexy werden!

Auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Rente in der IG BCE-Hauptverwaltung wurde deutlich: Für junge Beschäftigte ist die Altersvorsoge ein schwieriges Gebiet. Geladen hatten die IG BCE Ortsgruppe Ronnenberg und der Bezirksjugendausschuss (BJA) in Hannover.

A1 Medienbüro

Podiumsdiskussion zur Zukunft der Rente in Hannvoer

Die IG BCE Ortsgruppe Ronnenberg hat am 25. September Jugendliche und jüngere Arbeitnehmer aus dem Bezirk Hannover zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Rente in die Hauptverwaltung der IG BCE eingeladen. Der bekannte hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy hatte auf Initiative der Ortsgruppe Ronnenberg die Moderation übernommen. Im Anschluss an die Diskussionsrunde präsentierte er Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm "Gesellschaft mit beschränkter Haltung".

„Arbeiten mit 80? – Wenn ich alt bin, werde ich arm?!“ So lautete das Thema der Podiumsdiskussion und so lautete auch gleich die Frage von Mel Malte Elsen, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirksjugendausschusses Hannover, an die Rentenexperten im Podium.

Der Leiter der Grundsatzabteilung bei der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Uwe Kolakowski, erläuterte die Grundsätze des deutschen Rentensystems. Er zeigte die Möglichkeiten auf, wie Reha sowie Erwerbsminderungsrente, bereits als Leistung für Auszubildende und jüngere Arbeitnehmer im Ernstfall greifen können.

Stefan Grasedieck, Leiter der Regionaldirektion Nord der Knappschaft Bahn-See, gab einen Einblick in die Grundlagen zur Rentenberechnung und beantwortete Fragen zur derzeitigen Rentenpolitik. Gemeinsam mit dem Publikum bestand eine breite Übereinstimmung darüber, dass das Thema Rente bereits in den Schulen behandelt werden müsste.

Das Rentenversicherungssystem kennt Detlef Behrens als ehemaliger Rentenspezialist der IG BCE und ehrenamtlicher Versichertenältester der Deutschen Rentenversicherung bestens. Er bezog sich in seinem Statement auf die Stellung der Selbstverwaltung und auf die Bedeutung der paritätischen Finanzierung der Rentenversicherung sowohl durch Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

Auf die Positionen der IG BCE ging Inga Elsholz-Krüger ein. Die Jugendsekretärin des Landesbezirks Nord verwies unter anderem auf die hohe Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge, die auch durch einen Tarifvertrag der IG BCE entwickelt wurde. Sie empfahl dieses Angebot auf jeden Fall anzunehmen. Am Beispiel von Norwegen und Österreich verglich sie die Sozialsysteme mit dem deutschen und stellte heraus, warum diese „Vorbilder“ nicht in jedem Fall für Deutschland geeignet wären.

Aus dem Publikum kamen Fragen, ob das paritätische Prinzip für die heutigen Auszubildenden und jüngeren Berufstätigen noch sinnvoll ist. Welche Bedeutung besitzt die Eigenvorsorge? Wie kann man im Alter in Würde von seiner Rente leben? Wie sorge ich als junger Mensch vor und wann ist es Zeit dafür?

Die klare Botschaft der Rentenexperten: Das deutsche Rentensystem ist sicher. Im Gegensatz zu rein privater Vorsorge hat es die gut 130 Jahre seines Bestehens seit Bismarck auch in Zeiten der beiden Weltkriege gut und sicher überstanden. Kein privates Vorsorgemodell kann das von sich behaupten.

Fazit: Der Umgang mit dem Thema Rente ist für heutige Auszubildende und jüngere Beschäftigte längst keine Selbstverständlichkeit. Woran das liegen kann? Eine Antwort aus dem Publikum: „Rente muss sexy werden“.

(von Doris Stöhr, im Namen der Ortsgruppe Ronnenberg und des BJA Hannover)

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