Fehlende Informationen zur Umstrukturierung bei Honeywell

Der Unmut wächst

Die IG BCE Bezirk Hannover hat mit einem offenen Brief an die Geschäftsleitung den wachsenden Unmut über die aktuelle Situation bei der Firma Honeywell in Seelze Ausdruck verliehen. Auf einer Mitgliederversammlung am 17. Oktober hatten das rund 130 Beschäftigte gemeinsam mit dem zuständigen Gewerkschaftssekretär Moritz Hautmann und den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten beschlossen.

Moritz Hautmann/IG BCE Bezirk Hannover

Mitgliederversammlung Honeywell Auf der IG BCE-Mitgliederversammlung in Seelze haben die rund 130 Beschäftigten, der Betriebsrat und die IG BCE gemeinsam den offenen Brief an die Geschäftsleitung beschlossen. Sie fordern klare Informationen und transparente Kommunikation. 

Anfang des Jahres hatte die Geschäftsleitung bei Honeywell in Seelze angekündigt, am Standort Restrukturierungsmaßnahmen einzuleiten. Von diesem Prozess sollen ca. 130 Arbeitsplätze betroffen sein. Über das Wer und Wie fehlen bis heute aber Informationen. Um auf diese Umstände hinzuweisen hatte der Bezirk Hannover am 17. Oktober zu einer Mitgliederversammlung geladen. Moritz Hautmann erklärte während der Versammlung im Seelzer Flügel´s Restaurant: „Die Verhandlungen zu einem Interessenausgleich/Sozialplan sind bis zum heutigen Tage nicht angelaufen, da die Informationsphase mit dem Betriebsrat noch nicht abgeschlossen ist!“ Ein solches Verhalten trete das Vertrauen in den Standort mit Füßen.

In dem offenen Brief heißt es daher: „Wir fordern das Management der Firma Honeywell auf, die Karten auf den Tisch zu legen und mit dem Betriebsrat ernsthaft und aufgeschlossen an einer Lösung der Thematik mit der betrieblichen Mitbestimmung zu arbeiten, um im Sinne der Kolleginnen und Kollegen vor Ort eine sinnhafte, praktikable und vor allem sozialverträgliche Restrukturierung zu gestalten.“

Die Verunsicherung bei den Beschäftigten nimmt spürbar zu. Es gibt keine verlässlichen Informationen des Arbeitgebers darüber, wie viele und konkret welche Arbeitsplätze verlagert oder abgebaut werden sollen. „Die Belegschaft der Honeywell am Standort Seelze hat immer loyal zum Unternehmen gestanden und alle, teils schmerzhaften, Veränderungen der letzten Jahre mitgetragen. Dasselbe erwarten wir von der Unternehmensleitung, mit einem klaren Bekenntnis zum Industriestandort Seelze“, so die weiteren Ausführungen.  

Es sei nicht nachzuvollziehen, warum der Arbeitgeber die Informationsphase zur Vorbereitung von Verhandlungen zu einem Interessenausgleich/Sozialplan seit Beginn dieses Jahres verschleppt, und sich die beschriebenen Rahmenbedingungen der bevorstehenden Maßnahme in den letzten Wochen stetig verändert hätten. „Durch dieses Verhalten des Arbeitgebers wird die Unsicherheit der Kolleginnen und Kollegen bei Honeywell unnötig verlängert“, beklagen die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in ihrem Brief, der am 22. Oktober der Geschäftsleitung übersendet wurde. Im Interesse der Betroffenen wird die Arbeitgeberseite nun hoffentlich einlenken und mit konkreten Plänen auf den Betriebsrat und die IG BCE zukommen. 

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