Manteltarifvertrag für Octapharma Springe

In der Sackgasse

Die Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag für die Beschäftigten bei Octapharma in Springe stecken in der Sackgasse. Warnstreiks werden nicht mehr ausgeschlossen.

IG BCE Bezirk Hannover

Informationen für die Beschäftigten bei Octapharma Vertrauensleute und Betriebsrat bei Octapharma in Springe informieren ihre Kolleginnen und Kollegen über den Stand der schwierigen Tarifverhandlungen. Die Beschäftigten stehen geschlossen hinter den Forderungen der IG BCE. Das braucht es jetzt auch!

Bei der Octapharma Produktionsgesellschaft mbH Springe sind die langwierigen Tarifverhandlungen ins Stocken geraten. Grund: Keine Einsicht auf Arbeitgeberseite. Die Vertrauensleute, Betriebsräte und die IG BCE setzen alles daran, einen Manteltarifvertrag zu etablieren. Er soll vor allem die wöchentliche Arbeitszeit und den Urlaub festlegen. Zusätzlich geht es um eine Erhöhung der Entgeltsätze im laufenden Jahr.

Auf Arbeitgeberseite stoßen diese Bemühungen bisher auf Widerstand. Der angebotene Verhandlungsspielraum liegt weit unter den Vorstellungen der IG BCE – „und der Realität“, wie Moritz Hautmann erklärt. Der Gewerkschaftssekretär vom Bezirk Hannover unterstützt zurzeit vor Ort bei einer Informationskampagne für die Beschäftigten: „Wir sind beeindruckt von der Geschlossenheit und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen hier. Sie stärken uns bereits jetzt den Rücken und signalisieren ihre Bereitschaft auch weiter zu gehen.“

Und das ist ein zentraler Punkt: Die IG BCE hat bereits Vorkehrungen getroffen, um Warnstreiks zu ermöglichen. Es geht um Entgelterhöhungen um 1,7 % ab dem 1. November 2018 und 2,7 % ab dem 1. Mai 2019. Außerdem: 1 zusätzlicher Urlaubstag für Schichtarbeiter in 2018, 1 zusätzlicher Urlaubstag für Alle in 2019, 2 weitere zusätzliche Urlaubstage für Schichtarbeiter in 2020. Damit würden die Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen allmählich auf das Niveau des Chemie-Flächentarifvertrags angepasst.

IG BCE

Flagge zeigen für den Manteltarifvertrag
Die IG BCE begründet ihre Hartnäckigkeit mit folgenden Argumenten: 

Beschäftigung im Vollkonti-System stellt eine außerordentliche gesundheitliche und soziale Belastung dar – dafür ist ein Ausgleich von drei zusätzlichen freien Tagen notwendig und gerecht!

Ein zusätzlicher freier Tag für die gesamte Belegschaft ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung des Niveaus des Chemie-Flächentarifvertrags!

Eine Erhöhung der Entgelte oberhalb der Preissteigerungsrate ist notwendig, um die Kaufkraft zu erhalten und um eine Abkopplung von der allgemeinen Einkommensentwicklung zu verhindern!

Für die Tarifkommission ist es unverständlich, dass auf Basis unseres Kompromissvorschlages bisher keine Einigung erzielt werden konnte. Es soll nun ein letzter Einigungsversuch mit dem Arbeitgeber unternommen werden.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, haben wir vorsorglich bei den zuständigen Gremien der IG BCE die Genehmigung zur Durchführung von Warnstreiks eingeholt. Sollte es dazu kommen, geht es nur mit Eurer Entschlossenheit und Kampfkraft!

Ziel bleibt die Einigung auf ein gutes und faires Tarifergebnis.


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