Mahnmal Zwangsarbeit bei den Sichel-Werken

Gegen das Vergessen

Bei den Sichel-Werken erinnert ein Mahnmal an das Schicksal von Zwangsarbeitern während der NS-Zeit in der Firma. Eine Aufarbeitung angeregt von außen. Am 14. August fand die feierliche Einweihung statt.

Dörte Apel

Einweihung Mahnmal Zwangsarbeit

„Warum wisst ihr eigentlich so wenig über die Zwangsarbeit bei den Sichel-Werken während der NS-Zeit?“ Das fragte Jane Sliwka 2016 während einer Werksführung auf dem heute zum Henkel-Konzern gehörenden Firmengelände an der Sichelstraße. Die Australierin war nach Hannover gekommen, um zu sehen, wo ihre Großeltern während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Ihr Großvater aus der Ukraine musste am Standort bei den Sichel-Werken Zwangsarbeit verrichten, ihre litauische Großmutter bei einem anderen Unternehmen in Hannover. Jane Sliwka erhielt durch die Standortleitung das Ok für die Werksbesichtigung, was ihr das andere Unternehmen versagt hatte. Vor Ort zeigte sich aber über das damals geringe historische Wissen überrascht.

Somit gab sie den Anlass im Betrieb, sich genauer mit dem Thema zu befassen. Zahlreiche Freiwillige forcierten gemeinsam mit Betriebsrat und Standortleitung die Aufarbeitung. Unterstützung erhielten sie aus Düsseldorf durch das Firmenarchiv von Henkel, wo seit der Übernahme 1962 die Unterlagen zur Sichel-Geschichte gesammelt sind.

Dörte Apel

Einweihung Mahnmal Zwangsarbeit
Der ehrenamtliche Verein „Gegen das Vergessen ./. NS-Zwangsarbeit e.V.“, der das Thema mitangeregt hatte, schuf gemeinsam mit den Düsseldorfer Henkel-Historikern die Grundlagen für eine Gedenktafel, die nun ausführlich über die Geschichte informiert. Am 14. August wurde das Mahnmal zur Zwangsarbeit feierlich eingeweiht. Jetzt kann sich ein breites Publikum mit der Vergangenheit der Sichel-Werke befassen, sich informieren – und gedenken.

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