Aktionstag bei Linde Gas gegen Fusion mit Praxair

Protest für Mitbestimmung

Mit einem europaweiten Aktionstag bei Linde Gas am 27. April zeigten die Beschäftigten ihre Ablehnung zur Fusion mit Praxair – auch in Hannover.

IG BCE Bezirk Hannover

Aktionstag gegen Fusionspläne bei Linde Gas in Hannover

Mehr als 2.500 Linde-Beschäftigte an über 30 Standorten haben am 27. April beim europaweiten Aktionstag gegen die geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair protestiert. Auch die Belegschaft der Linde Gas in Hannover beteiligte sich mit einer politischen Mittagspause. Dazu aufgerufen hatten die IG BCE und die IG Metall.

„Der geplante Zusammenschluss auf angeblicher Augenhöhe ist eine Zumutung für die Betriebsräte“, sagt Gewerkschaftssekretärin Angelika Gütte von der IG BCE Bezirk Hannover. „Das ist ein Weg zur Abschaffung unserer Mitbestimmungsrechte.“ Der amerikanische Konkurrent Praxair sieht den Sitz der neu zu schaffenden Holding in Dublin. Auch auf den Vorstandsebenen sollen die zentralen Aspekte nicht in Deutschland mitgestaltet werden. Die IG Metall und die IG BCE befürchten durch die Fusion auch einen erheblichen Personalabbau und eine Schwächung von Linde. Unter dem Motto „Wir wollen Lindianer bleiben“ demonstrierten daher bei der größten Aktion 1.200 Beschäftigte vor der Linde-Zentrale in München.

In Hannover machten 45 Beschäftigte ihrem Unmut darüber Luft. Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Voges begründet den Protest: „Es ist schwer zu verstehen, dass ein gesunder und funktionierender Konzern mit einem Unternehmen wie Praxair fusionieren soll. Es geht alleine um Wachstum und Weltmarktführung. Der Aufsichtsrat und Vorstand wollen Linde und Praxair so zum größten Gaskonzern der Welt verschmelzen. Ohne Mitsprache der Betriebsräte lassen wir das aber nicht zu.“ Für ihn hat die Fusion eher den Charakter einer Übernahme – mit allen negativen Konsequenzen.

„Es wird noch weitere Aktionen brauchen“, betont Angelika Gütte. „Obwohl die Pläne aktuell auf Eis gelegt wurden, werden die Arbeitgeber versuchen, ihre Ideen durchzusetzen. Und dann stehen alle Geschäfte, die nicht der Zielsetzung entsprechen, auf dem Prüfstand.“ Und das bedeutet: Es geht auch weiterhin um viel für die Beschäftigten.

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