Vom Leiharbeitnehmer zur Produktionsfachkraft

Neue Perspektiven

Bei der IAC Group werden aus Leiharbeitern unbefristet angestellte Produktionsfachkräfte – dank kostenloser Weiterbildung und Motivation durch den Betriebsrat.

BR IAC Group GmbH

Devran Bilmez an seinem Arbeitsplatz

Devran Bilmez (Foto) ist einer von drei ehemaligen Leiharbeitern, für die es in diesem Jahr einen neue Perspektive gibt: Seit dem 28. Februar haben sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Maschinenbediener bei der IAC Group GmbH, einem Automobilzulieferer in Adelheidsdorf. Voraussetzung dafür war eine abgeschlossene Berufsausbildung, welche den drei Beschäftigten fehlte. Unterstützt durch den Betriebsrat und das Werksmanagement haben sie ihre Ausbildung nachgeholt – ohne Gehaltsverlust. Denn alle entstandenen Kosten wurden von der IAC Group GmbH übernommen. „Darauf können die Kollegen stolz sein“, sagt Michael Kruse, Betriebsratsvorsitzender bei IAC in Adelsheidsdorf. „Sie haben diese Chance genutzt, die von allen Seiten unterstützt wurde.“

Im Dezember 2015 startete ihre Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie – getragen durch den Förderverein BBS Justus von Liebig Höfestraße e. V. in Hannover. An 40 Samstagen und während einer Woche Blockunterricht in den Schulferien erhielten die Kollegen insgesamt 280 Unterrichtsstunden Theorie. An fünf Praktikumstagen in der Justus-von-Liebig-Schule konnten die drei ihre Kenntnisse praktisch vertiefen. Die Maßnahme hatte Erfolg und endete mit den Abschlussprüfungen im Januar 2017. Alle drei sind seitdem gelernte Produktionsfachkräfte Chemie und erfüllten somit die Voraussetzung für den unbefristeten Arbeitsvertrag. Devran Bilmez produziert nun als Maschinenbediener täglich Radhaushausschalen für die Daimler C-Klasse und kann sich über einen sicheren Arbeitsplatz freuen. 

Michael Kruse hatte die jungen Kollegen motiviert, diesen Schritt zu gehen, und gab ihnen Rückhalt. „Als Mitte und Ende 20-Jähriger noch einmal eine Schulbank zu drücken, ist nicht einfach. Daher war ich oft dabei, wenn es in die Schule ging.“ Der Betriebsratsvorsitzende steht zu 100 Prozent hinter dem Angebot und wird auch weiterhin Kollegen, die keine Berufsausbildung haben, für diese Weiterbildungs-Chance ermutigen. Und so eine Perspektive für Leiharbeiter schaffen, die als Fachkraft auch dem Unternehmen gut tun.

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