Abschluss Chemie-Tarifrunde 2019

Zukunft durchgesetzt

Die 580.000 Beschäftigten in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie bekommen mehr Entgelt und vor allem: neue Zusatzleistungen. Unter dem Strich entspricht das Tarifpaket einem Gesamtvolumen von sechs Prozent Entgeltsteigerung, so die IG BCE nach dem Abschluss der Tarifrunde am 22. November.

IG BCE

Chemie-Tarifabschluss 2019

Der Abschluss zeige, dass sich auch „in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten tarifpolitische Innovationen für die Beschäftigten durchsetzen lassen“, betonte der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis. Die Hauptforderung der IG BCE war das Zukunftskonto von 1.000 Euro, das im Wesentlichen „verwendet“ werden soll, aber auch ausgezahlt werden kann. Dazu die tarifliche Pflegefallversicherung – und eine angemessene Einkommenserhöhung. Weitere Forderung war eine Qualifizierungsoffensive für die Digitalisierung.

Michael Linnartz, der neue IG BCE-Bezirksleiter, kommentiert: „Ein richtig gutes Ergebnis bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage, dass es Wahlmöglichkeiten für alle Beschäftigten gibt – Zeit oder Geld. Erstmals ist das Pflegefallrisiko besser absichert. Und der Tarifabschluss bringt natürlich auch mehr Geld für alle Beschäftigten in der Chemischen Industrie. Außerdem konnte die Jahresleistung wieder auf 100 Prozent eines Monatseinkommens angehoben werden.“

Die Ergebnisse im Überblick:

Zukunftskonto
Ab 2022 erhält jeder Tarifbeschäftigte fünf zusätzliche freie Tage pro Jahr. Das entspricht 23 Prozent eines tariflichen Monatseinkommens. Bereits 2020 gibt es zwei freie Tage, 2021 drei freie Tage. Der Gegenwert der freien Tage kann auch für alternative Verwendungszwecke wie zum Beispiel Alters- oder Gesundheitsvorsorge oder Auszahlung verwendet werden. Arbeitgeber und Betriebsrat schließen dazu eine freiwillige Betriebsvereinbarung ab. Beschäftigte wählen aus der jeweiligen Vorgabe die individuelle Verwendung des Zukunftsbetrages.

Entgelterhöhung
Vereinbart sind drei Erhöhungen: Zum Februar 2020 gibt es eine Einmalzahlung, deren Höhe gestaffelt nach den jeweiligen Belastungen am Arbeitsplatz ausfällt. Beschäftigte in Vollkonti- oder Dauernachtschicht erhalten 6,67 Prozent, Teilkonti-Beschäftigte oder im 24-Stunden-Dienst erhalten 5,63 Prozent, Beschäftigte in Tagschicht erhalten 5 Prozent eines tariflichen Monatseinkommens. Zum 1. Juli 2020 steigen die Tarifentgelte und Ausbildungsvergütungen um 1,5 Prozent für 12 Monate, am 1. Juli 2021 um weitere 1,3 Prozent.

Weihnachtsgeld
Ab 2021 steigt die tarifliche Jahresleistung (Weihnachtsgeld) von 95 auf 100 Prozent eines tariflichen Monatseinkommens.

Pflegezusatzversicherung
Ab dem 1. Juli 2021 sind Beschäftigte über eine tarifliche Pflegezusatzversicherung im Pflegefall besser abgesichert. Auch AT und leitende Angestellte können aufgenommen werden. Sie wird durch die Arbeitgeber finanziert.

Weitere Infos unter: chemie2019.igbce.de

Nach oben