Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit

Künftig Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit

Am 13. Juni hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit beschlossen. Danach ist ein Antrag auf Brückenteilzeit möglich, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. 

Bundesregierung

Brückenteilzeit: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können künftig zur ursprünglichen Arbeitszeit zurückkehren.

Am 13. Juni hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit beschlossen. Danach ist ein Antrag auf Brückenteilzeit möglich, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Er ist gegenüber dem Arbeitgeber spätestens drei Monate vor dem Beginn der Teilzeitphase schriftlich zu stellen und muss keine Begründung enthalten. Die beantragte Brückenteilzeit muss zwischen einem und fünf Jahren liegen.

Nach einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung würden 50 Prozent der Männer und rund 40 Prozent der Frauen ihre Arbeitszeit gerne um mindestens 2,5 Stunden pro Woche verkürzen.

Bisher hatten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lediglich einen Anspruch auf unbegrenzte Teilzeitarbeit. Wurde dies umgesetzt, bestand für sie das Risiko, dauerhaft in Teilzeit arbeiten zu müssen. Das neue Gesetz macht eine Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit möglich. Dies gilt auch für Beschäftigte, die derzeit bereits in Teilzeit sind und ihre Arbeitszeit wieder verlängern wollen. Der Arbeitgeber muss sie bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes bevorzugt berücksichtigen. Bei einer Ablehnung des Antrags muss der Arbeitgeber belegen, dass es keinen freien zu besetzenden Arbeitsplatz gibt oder dass andere Bewerber besser geeignet sind für diese Stelle.

Das Gesetz gilt für Betriebe ab 46 Beschäftigte. Für Unternehmen bis 200 Beschäftigte gilt eine Zumutbarkeitsgrenze: Pro 15 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern muss der Arbeitgeber nur einem Antrag auf Teilzeit entsprechen. Der Gesetzesentwurf regelt auch, dass der Arbeitgeber – unabhängig von der Betriebsgröße – dazu verpflichtet ist, den Wunsch der oder des Beschäftigten nach veränderter Arbeitszeit mit dieser beziehungsweise diesem zu besprechen. 

Hier geht es zur Pressemitteilung der Bundesregierung vom 13. Juni 2018

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