Megatech in Hodenhagen

Sozialplan und Interessenausgleich abgeschlossen

Megatech-Automotive in Hodenhagen schließt. Wenigstens verlassen die Beschäftigten den Betrieb Ende des Jahres nicht mit leeren Händen: Betriebsrat und IG BCE Hannover konnten für die Belegschaft einen Sozialplan und Interessenausgleich abschließen.

Megatech Automotive Europe GmbH

Schließung bei Megatech

Betriebsrat und IG BCE Hannover sind zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis: „Wie immer in solch einer für die Beschäftigten schlimmen Situation ist ein Sozialplan nur ein Kompromiss, aber es ist ein recht guter geworden“, erläutert Andreas Wieder von der IG BCE Hannover. Der Gewerkschaftssekretär weist darauf hin, dass es normalerweise bei Automobilzulieferern selten solch gute Verhandlungsergebnisse gibt. Problematisch war hier, dass fast die Hälfte der Beschäftigten nur befristete Verträge hat – und damit keinen Anspruch auf Leistungen aus dem Sozialplan. Aber: Ihre Verträge werden (fast) alle bis Dezember, dem Schließungstermin, verlängert, und sie erhalten immerhin 1.000 Euro Abfindung. Um dieses Geld wurde in den Verhandlungen lange gerungen.

Der Betrieb wird Ende des Jahres eingestellt, weil der Großkunde Daimler einen Auftrag an einen Wettbewerber vergeben hatte: „Dies hat letztendlich zur Schließung des Standorts in Hodenhagen geführt“, so Andreas Wieder. „Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb sind auch sauer, weil im Management des Betriebes in den vergangenen Jahren erhebliche Mängel waren: Oft wechselte die Werkleitung. Lange Zeit wurde hier mit Leihmanagern gearbeitet, die – jedenfalls zum Teil – nur erfolgreich in ihren Gehaltsverhandlungen waren.“

Betriebsratsvorsitzender Adolf Harms hat Verständnis für die geteilte Stimmung bei der Betriebsversammlung, auf der die Verhandlungsergebnisse vorgestellt wurden. Er unterstreicht aber, „dass wir in einer schlechten Situation alles für die Kolleginnen und Kollegen rausgeholt haben, was möglich war. Das war der erfolgreichen Zusammenarbeit von Betriebsrat, Andreas Wieder von der IG BCE und unserer Rechtsanwältin zu verdanken – und unserer Hartnäckigkeit“.

Mitte April hatte das Management bekanntgegeben, dass der Betrieb zum Jahresende geschlossen wird. Unmittelbarer Anlass der Schließung war die neue Auftragsvergabe von Daimler an ein anderes Unternehmen. Megatech hatte vorher den Auftrag gekündigt, weil damit extreme Verluste gemacht wurden. Die Preise sollten neu verhandelt werden. Nach einigem „Hin und Her“ entschied Daimler dann aber, dass der Auftrag an einen Wettbewerber geht.

Der Betriebsrat hatte mit Unterstützung von Andreas Wieder aus dem IG BCE Bezirk Hannover begonnen, einen Interessenausgleich und Sozialplan aushandeln. „Wir werden versuchen, so viel wie möglich für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen herauszuholen“, versprach der Gewerkschaftssekretär. Eine Rechtsanwältin hatte die Verhandlungen unterstützt.

„Die Entscheidung der Geschäftsführung, den Hauptauftrag beim Kunden Daimler zu kündigen, war aus wirtschaftlicher Sicht wohl nicht zu vermeiden“, bedauert Andreas Wieder. „Dies hat letztendlich aber zur Schließung des Standorts in Hodenhagen geführt. Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb sind auch sauer, weil im Management des Betriebes in den vergangenen Jahren erhebliche Mängel waren: Oft wechselte die Werkleitung. Lange Zeit wurde hier mit Leihmanagern gearbeitet, die – jedenfalls zum Teil – nur erfolgreich in ihren Gehaltsverhandlungen waren.“

Auch die vielen Eigentümerwechsel hätten nicht geholfen, so der Gewerkschaftssekretär: „Bis zuletzt haben wir gehofft, dass ein Wettbewerber den Auftrag hier übernimmt. Auch das hätte zu Kündigungen geführt, aber der Betrieb wäre nicht geschlossen worden.“

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