Aktionstag Glas: Erfolg dank Protestaktionen

Nach Schlichtung: Ergebnis erzielt

Das Schlichtungsverfahren in der Tarifauseinandersetzung Hohlglasindustrie bringt den Beschäftigten die verdiente Beteiligung am Erfolg. Nach drei Verhandlungsrunden erklärte die IG BCE-Tarifkommission das Scheitern. Am 30. August kam nun der Durchbruch. Das ist vor allem den hunderten Beschäftigten zu verdanken, die der IG BCE und ihrer Tarifforderung für die Glasindustrie am 15. August mit Protestaktionen den Rücken gestärkt hatten.

IG BCE Hannover / BRs Ardagh und Heye International Obernkirchen

Aktionstag bei den Ardagh-Glass-Werken im Bezirk Hannover und an weiteren Standorten Doppelt hält besser: Die Beschäftigten von Ardagh und Heye International zeigen ihre Stärke, um die Tarifrunde Glas 2017 voranzubringen.

Das Schlichtungsverfahren am 30. August  in Düsseldorf hat folgendes Ergebnis erzielt: 1,5 Prozent rückwirkende Entgelterhöhung ab 1. Juli 2017 und somit eine tarifliche Entgeltsteigerung von 3,1 Pozent in diesem Jahr. Ab Februar 2018 werden die Entgelte um 3 Prozent erhöht. Die Ausbildungsvergütung wird rückwirkend um 90 Euro pro Monat ab Juli 2017 erhöht. Auch beim wichtigen Streitpunkt „Besserstellung von IG BCE-Mitgliedern“ wurde ein Kompromiss erzielt: 90 Prozent der Alterteilzeitplätze sind zukünftig exklusiv für IG BCE-Mitglieder reserviert.

Diesem Ergebnis gingen Protestaktionen der Beschäftigten voraus: Am 15. August  hatten die IG BCE-Mitglieder bei Ardagh Glass in Bad Münder und Nienburg den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht. In Obernkirchen beteiligten sich auch die Kollegen von Heye International. Weitere Protestaktionen für die Tarifverhandlung in der Behälterglasindustrie fanden in Germersheim und Wahlstedt statt. „Die standortübergreifende Aktion war nur der Anfang, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen“, sagte Andreas Wieder vom IG BCE-Bezirk Hannover. „Das uns vorliegende Angebot der Arbeitgeber war weder fair noch nachvollziehbar und bedeutete faktisch Entgeltverlust für die Beschäftigten. Der Branche geht es aber gut. Unsere Mitglieder müssen daran beteiligt werden.“ Die Gewerkschaftsforderung von 4,5 Prozent Entgelterhöhung sowie 90 Euro mehr für Auszubildende auf ein Jahr ist angemessen. Vom Arbeitgeber wurden ein Leermonat, 1,9 Prozent Lohnsteigerung für elf Monate und 1,5 Prozent für zwölf Monate angeboten. Die von der IG BCE geforderte Besserstellung für IG BCE-Mitglieder lehnten die Arbeitgeber grundsätzlich ab. Die erfolgreichen Aktionen am 15. August haben gezeigt, wie es geht: Hier einige Eindrücke: Aktionen Glas

Nach der dritten Verhandlungsrunde am 21. August kamen die Arbeitgeber der IG BCE-Forderung weiterhin nicht ausreichend nach: 2,2 Prozent für 10 Monate und 2,1 Prozent für ein weiteres Jahr hat die IG BCE-Tarifkommission abgelehnt. Das Motto vieler Arbeitgeber „Unser höchstes Gut sind unsere Mitarbeiter“, fand sich in dem „Angebot“ der Arbeitgeber nun wirklich nicht wieder, so der Tenor. Das Schlichtungsverfahren brachte nun den erwünschten Erfolg. „Wir danken jeder und jedem Einzelnen, die sich daran beteiligt haben – und somit den notwendigen Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut haben. Das war in den harten Verhandlungen der entscheidende Knackpunkt, um unsere Forderungen durchzusetzen," betont Andreas Wieder.

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