Aktionstag #FairConti

Übers Knie gebrochen

Über 900 demonstrierenden Kolleginnen und Kollegen wehrten sich beim Aktionstag #FairConti gegen die überstürzten Jobabbaupläne bei Conti. Am 20. November mischten auch über 100 Beschäftigte aus den Conti-Betrieben in Hannover bei den Protesten mit. 

IG Metall / Jelca Kollatsch

Aktionstag #FairConti

Weit über 100 Kolleginnen und Kollegen aus den Conti-Betrieben in Hannover haben am 20. November solidarisch mit der IG Metall am #FairConti-Aktionstag vor der Conti-Hauptverwaltung demonstriert. Hintergrund war die zeitgleich stattfindende außerordentliche Aufsichtsratssitzung und die geplanten Werksschließungen bei Continental.

„Wir wollen eine sinnvolle, menschengerechte und faire Gestaltung der Transformation“, so der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Hasan Allak, aus dem IG-BCE-Bezirk Hannover. Für Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE und Mitglied im Aufsichtsrat der Continental AG sind die Pläne des Managements nicht überzeugend: „Die vom Vorstand übers Knie gebrochene Entscheidung, über 5.000 Beschäftigte zu entlassen, ist nicht akzeptabel.“ Die Veränderung der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer aufgrund von Digitalisierung, regulativen Veränderungen und Elektromobilität darf nicht dazu führen, dass über die Köpfe der Beschäftigten hinweg entschieden wird. Denn die Belegschaften haben über Jahre hinweg einen guten und verlässlichen Job gemacht, um die erfolgreichen Produkte herzustellen, mit der die Unternehmen stets gute Gewinnen einfahren konnten.

Gemeinsam mit der IG BCE und der IG Metall arbeiten Betriebsräte und Vertrauensleute bei Conti daran, den Transformationsprozess so zu gestalten, dass bei allen Veränderungen die Beschäftigten nicht aus dem Blick geraten. Hier müssen alle Instrumente genutzt werden, um Beschäftigung zu sichern. Sonst droht eine Zerreißprobe, so Hasan Allak.

Seit Wochen kommen Schreckensmeldungen aus Continental-Zentrale und der gesamten Zuliefererbranche. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau berichtet wird. Bei Conti ringen seit Ende September Vorstand, Management und die Arbeitnehmervertreter um Stellenstreichungen und Schließungen. Besonders betroffen sind die Standorte Babenhausen (Hessen), Roding und Regensburg (Bayern) und Oppenweiler (Baden-Württemberg). Die Proteste wurden auch von Beschäftigten aus Gifhorn und Hannover-Stöcken unterstützt.

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